LOWA PRO Team Chrigel Maurer

Der Adler von Adelboden

Christian „Chrigel“ Maurer ist ein Schweizer Extrem­sportler und zählt zu den besten Gleit­schirm­piloten der Welt. Aufge­wachsen im Berner Oberland startete er bereits im Alter von 7 Jahren mit seinem Vater im Tandem das erste Mal in die Lüfte. Nach bestandener Gleit­schirm­prüfung war er mit 16 schließlich „frei wie ein Vogel“ und fasste den Entschluss Wett­kampfpilot zu werden.

Nach seiner Maurerlehre arbeitete er noch zwei Jahre in dem Beruf, bevor er im Anschluss seine Leiden­schaft als Testpilot zu seiner Profession machen konnte. Maurers erster bedeu­tender sport­licher Erfolg war der erste Rang beim Junior Challenge im Jahr 2000. Bei der Gleit­schirm-Euro­pa­meis­ter­schaft errang er 2004 den Titel und 2005–2007 konnte er den Para­g­liding World Cup für sich entscheiden.

2009 nahm er erstmals am Hike-and-Fly-Wett­bewerb „Red Bull X-Alps“ teil – und gewann direkt. Seither verteidigt er seine Spit­zen­po­sition und ist auch in den darauf­fol­genden Wett­be­werben unge­schlagen. Trotz seiner lang­jährigen Flug­er­fahrung zählt der Moment der Landung bei den Red Bull X-Alps nach der Alpen­über­querung für ihn noch immer zu einem Highlight. Den dritten Sieg schaffte er in der Rekordzeit von sechs Tagen und 23 Stunden. Chrigel Maurer ist verheiratet, Vater zweier Kinder und arbeitet nebenbei als Coach, Gleit­schirm­lehrer und Vortrags­redner.

Fakten & Daten

Geburstag:
27.07.1982
Geburstort:
Frutigen – Schweiz
Heimat:
Frutigen – Schweiz
Beruf:
gelernter Maurer
Lieblings-Klet­ter­stelle:
Flug­gebiet: Alpen
Hausberg:
Niesen
Größe:
1,83 m
Gewicht:
82 kg

Chrigel Maurer,
Ein Maurer namens Maurer wird einer der besten Gleit­schirm­piloten der Welt. Eine ziemlich gute Geschichte …

„Das stimmt. Als ich mit 15 Jahren meine Gleit­schir­m­aus­bildung begann, war ich auf der Suche nach einem Beruf, mit dem ich mir den Traum vom Fliegen schnellst­möglich erfüllen konnte. Eigentlich wollte ich Auto­me­chaniker lernen. Als ich allerdings in der Schule herausfand, dass man als Maurer schneller ein paar Franken mehr in der Tasche hat, stand die Entscheidung fest. So konnte ich mir meine erste Gleit­schir­maus­rüstung kaufen und mit dem Fliegen beginnen. Außerdem war es schön, draußen zu arbeiten. Das habe ich zumindest beibe­halten – auch wenn ich jetzt eher die Baustellen von oben betrachte.“

Heute bist du profes­si­o­neller Gleit­schirmpilot. Wie kann man sich das vorstellen?

„Mein Leben besteht mitt­lerweile aus einem recht bunten Mix, der für ordentlich Abwechslung sorgt. Ganz klassisch beschäftige ich mich natürlich mit Büro­tä­tig­keiten, den Wetter­pro­gnosen sowie Ausdauer- und Kraft­training. Zudem plane ich immer ausreichend Zeit mit meiner Familie ein. In den Winter­monaten bin ich immer mit einer Vortragstour unterwegs. Ich veran­stalte verschiedene Trainings für Firmen und halte Referate. Auch an Piloten gebe ich meine Erfahrung weiter und coache sie indi­viduell bei einem gemeinsamen Tandemflug. Die restliche Zeit widme ich natürlich der Wett­kampf­vor­be­reitung. Je nach Projekt ist das Training und die Vorbe­reitung dann natürlich sehr intensiv. Die Schweiz bietet hier die perfekten Rahmen­be­din­gungen. Mit den Bergen vor der Haustüre hat man alles, was man für ein ausge­wogenes Training braucht direkt vor Ort.“

Von Salzburg bis nach Monaco – innerhalb von 11 Tagen einmal quer über die Alpen – zu Fuß oder mit dem Gleit­schirm: Der X-Alps-Wett­bewerb gilt als eines der härtesten Adventure-Races der Welt. Wolltest du schon immer daran teil­nehmen?

„Ganz im Gegenteil! Mein Fokus lag eigentlich auf dem klas­sischen Wett­kampf­liegen, das heißt Euro­pa­meis­ter­schaften, World Cup etc. Im Jahr 2003 nahm dann einer meiner Kollegen, Kaspar Henny, an dem Rennen teil. Er gewann, was ein unglaub­licher Moment für uns alle war. Ich war unglaublich fasziniert von der Heraus­for­derung, aber ich dachte, das schaffe ich niemals. Der Gedanke an das Rennen hat mich aber über die nächsten Jahre nie losge­lassen, weshalb ich langsam begann, mein Ausdau­er­training weiter­zu­ent­wickeln.“

Mitt­lerweile hast du das Rennen fünfmal in Folge gewonnen. Worin liegt die größte Heraus­for­derung bei jedem Rennen?

„Das Besondere bei dem Wett­bewerb ist, dass man nie weiß, wo man am Ende landet. Es ist ein richtiges Abenteuer. Bei einem Marathon kennt man die Strecke ganz genau. Bei X-Alps weiß man nie, ob man einen bestimmten Abschnitt mit dem Gleit­schirm fliegt, oder ob man ihn zu Fuß zurücklegen muss. Man benötigt nicht nur flie­ge­risches Können, sondern auch eine hohe Ausdauer und gute Partner.“

Hast du dir bereits dein nächstes Ziel gesteckt, das du erreichen möchtest?

„Ehrlich gesagt ist die Konstanz mein größtes Ziel. Schneller, weiter, höher – das ist nicht meine Devise. Ich bin ja schon schnell und hoch – warum soll ich noch schneller und noch höher fliegen, wenn dann das Risiko ins Extreme steigt? Wenn ich den nächsten X-Alps-Wett­bewerb erneut gewinne, dann ist das für mich ein wahn­sinniger Erfolg. Außerdem gibt es noch so viele schöne Orte, wie das Himalaya-Gebirge, an denen ich noch nicht geflogen bin. Das sind keine Wett­kampfziele, doch für mich sind diese Meilen­steine genauso wichtig.“

Das ist eine sehr gesunde Einstellung zum Profisport, oder?

„Ich denke schon. Die Heraus­for­derung, meine Rekorde zu halten, ist eine ebenso große Challenge, wie der nächste unbe­kannte Wett­bewerb.“

Wie kam es zur Zusam­me­n­arbeit mit LOWA? Als Gleit­schirmpilot bist du ja eher ein Exot im LOWA PRO Team, das vorrangig aus Alpi­nisten besteht.

„Oh ja! Hier sind wir natürlich sehr unter­schiedlich. Was uns allerdings eint, ist die Liebe zu den Bergen. Jeder hat seinen eigenen Werdegang, aber wir sind alle als profes­si­onelle Sportler unterwegs. Das war auch der Grund, warum ich mit LOWA ins Gespräch kam. René Urfer, Geschäfts­führer von LOWA Schweiz, fand gerade die Tatsache spannend, dass ich keinen Berg­stei­ger­hin­tergrund habe. Wir wurden uns schnell einig und seit 2008 fliege ich nun unter dem LOWALogo. Dass ich nun auch zur Entwicklung neuer Schuhe meinen Input beitragen darf, freut mich besonders. Ich bin ja vorrangig mit den leichten, sport­lichen Modellen unterwegs und bin gespannt, wo die Entwicklung in diesem Bereich noch hingeht.“

Meine Schuhe für…