Imagefoto mit dem ROCKET, Bildupdate Luis Gerhardt Juli 2019

LOWA CLIMBING Team Luis Gerhardt

Dem Vampir entkommen

Klettern gehört für Luis Gerhardt aus Pforzheim genauso zum Leben wie Atmen. Da schon seine Eltern leiden­schaftlich gern geklettert sind, haben Luis und seine jüngere Schwester Emilie diese Leiden­schaft regelrecht aufgesogen und hingen praktisch schon vor ihren ersten Schritten an den Fels­wänden. Gerade durch diese Begeis­terung für den Klet­tersport seit Kindertagen kann Luis bereits auf einige beachtliche Erfolge außerhalb des Wett­kampf­ge­schehens zurück­schauen. Darunter sein Highlight-Boulder „Story of two worlds” im Tessin, der mit fb8c bewertet ist. Aber auch der Durchstieg eines echten Klas­sikers, von dem viele Kletterer nur träumen können, ist ihm gelungen: „La Rose et le Vampire“ in Buoux – bis heute eine der berühm­testen Klet­ter­routen der Welt, da nur wenige die Rose finden, viele aber vom Vampir ausgesaugt werden. Mit der laotischen Klet­terroute „Name of the Wind“ – einer ursprünglich von Volker Schöffl einge­bohrten Route – kann er auch schon eine Erst­be­gehung zu seinen gemeis­terten Heraus­for­de­rungen zählen. Mitt­lerweile widmet sich Luis ausschließlich dem Fels, doch auch in seiner früheren Wett­kampf­karriere konnte er einige Erfolge verbuchen. Im Jahr 2012 konnte er in Balingen beim Deutschen Jugendcup Lead in der männ­lichen Jugend B den ersten Platz erklettern, zwei Jahre später holte er sich im Deutschen Jugendcup Boulder in Auerbach in der männ­lichen Jugend A ebenfalls den ersten Platz.

Fakten & Daten

Geburstag:
21.02.1997
Geburstort:
Pforzheim
Heimat:
Karlsruhe
Beruf:
Student
Lieblings-Klet­ter­stelle:
Tessin, Fontai­nebleau, Céüse
Hausberg:
Pfalz
Größe:
1,75 m
Gewicht:
60 kg

Luis Gerhardt,
Wie bereitest Du Dich auf Deine Touren vor? Gibt es ein spezielles Ritual?

„Bevor ich in eine Route oder einen Boulder einsteige, werde ich meistens nervös. Daher versuche ich ruhig zu bleiben und durch­zuatmen, die Züge des Projektes noch einmal im Kopf durch­zugehen und dann einzu­steigen. Außerdem habe ich meine persönliche Checkliste im Kopf, dabei hake ich vor dem Einstieg geistig „Gurt, Schuhe, Chalkbag, Knoten“ ab.“

Wie sieht Dein perfekter Tag aus?

„Irgendwo in Frankreich schön lange ausschlafen und nach dem Frühstück an den Fels gehen. Nach einem erfolg­reichen und sonnigen Klet­tertag lassen wir den Abend in einer gemüt­lichen Gruppe ausklingen.“

Inwiefern genießt Du das Leben viel­leicht mehr als andere?

„Als Kletterer ist man oft auf Reisen und daher an sehr vielen Orten. So lernt man unter­schiedliche Kulturen und Sicht­weisen anderer Menschen kennen. Dies ist unheimlich berei­chernd und erweitert den Horizont.“