Pilgern auf dem Jakobsweg Pilgern als Reise zu sich selbst

Camino Primitivo Spain

Der Jakobsweg – auch bekannt als Camino de Santiago – dessen Ursprünge bis in 8. Jahr­hundert zurückgehen, ist der bekannteste Pilgerweg in ganz Europa. Der Name „Jakobsweg“ ist eigentlich ein Sammel­begriff für alle euro­pä­ischen Pilgerwege, welche zum Grab des Apostels Jakobus, in der spanisch-gali­zischen Stadt Santiago di Compostela führen. Mit Wieder­be­lebung der Pilger­tra­dition vor einigen Jahren wurden viele Jakobswege des Mittel­alters wieder­entdeckt und somit beginnt der Jakobsweg praktisch direkt vor der eigenen Haustür.

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Über­nachten im großen Schlafsaal Wissen­wertes rund um die Pilger­un­terkunft

Typisch für den Jakobsweg auf dem Camino Francés sind öffentliche oder kirchliche Pilger­her­bergen, welche direkt am Jakobsweg liegen. Grund­vor­aus­setzung für den Zutritt zu diesen günstigen Unter­künften (5 bis 8 Euro) ist die Vorlage des gültigen Pilge­raus­weises. Der Aufenthalt ist jedoch auf eine Nacht beschränkt, Vorbuchung ist nicht möglich, es gilt die Regel „first in – first serve“, es gibt aber auch sehr viele Hotels, die sich auf Pilger spezi­a­lisiert haben.

Die Herbergen öffnen in der Regel zwischen 14 und 16 Uhr, Nachtruhe ist um 22:00 Uhr. Die Ausstattung der Schlaf­plätze ist sehr einfach gehalten. Üblich sind große gemischte Schlafsäle mit Doppel­stock­betten.

Ausstattung der Schlaf­s­tätten: Pilger­her­bergen beschränken sich auf Matratzen. Decken und Bett­wäsche sind nur selten – auf Nachfrage – zu erhalten, der eigene Schlafsack ist unver­zichtbar. Stirn- oder Taschenlampe sowie Ohrstöpsel sind empfeh­lenswert.

Sicherheit in den Unter­künften: Auch auf dem Pilgerweg ist es ratsam, ein gesundes Miss­trauen zu haben und nicht zu leicht­fertig zu werden.

Ein Wert­sa­chen­beutel für alle Gegen­stände, die man zu keiner Zeit unbe­auf­sichtigt lassen sollte, darf nicht fehlen. Diesen Beutel kann man überall mit hinnehmen, egal ob Küche oder Bad, und des nachts körpernah im Schlafsack verstauen. Für den Rucksack empfiehlt sich eine Schutzhülle, die mit einem Zahlen­schloss gesichert werden kann.

Schutz vor Unge­ziefer: Bett­wanzen sind ein Problem, mit dem fast alle Unter­künfte und auch Hotels immer wieder zu kämpfen haben. Es lässt sich nicht voll­ständig beheben, aber man kann die Gefahr erheblich einschränken, nach­folgend einige Tipps.

– Vorsorge: den Schlafsack vor Reise­beginn mit Produkten, die den Wirkstoff Permethrin bein­halten, einsprühen. Die Wirkung hält bis zu vier Wochen an.

– Kontrolle: Bett­wanzen sind nachtaktiv und verstecken sich gerne in Ritzen, daher sind sie nur sehr schwer zu entdecken. Ihre Kotspuren – kleine schwarze Punkte auf der Matratze oder gehäuft in der Nähe ihres Verstecks sind Warn­hinweise.

– Ausbreitung verhindern: Rucksäcke nie auf das Bett stellen oder gegen raue, rissige Wände stellen.

Selbst­ver­pflegung: In den tradi­ti­o­nellen Unter­künften auf dem Jakobsweg wird die Küche gemein­schaftlich genutzt. Oft fehlt es jedoch an notwendigen Kochu­ten­silien und Geschirr, man sollte sich daher auf einfache Speisen beschränken. Opti­ma­le­rweise nimmt man auch eigenes Geschirr mit, sinnvoll sind Besteck, Taschen­messer, leichtes Kunst­stoff­brettchen und ein großer Becher, den man notfalls auch als Telle­r­ersatz nehmen kann.

Extra:

In der Haupt­saison der Pilger, wenn die Über­nach­tungs­mög­lich­keiten knapp werden, bekommt man das „Herz für Pilger“ vieler Einhei­mischer zu spüren. Es werden Notun­ter­künfte verschie­denster Art angeboten, mal bietet die Feuerwehr des Ortes ihren Gemein­schaftsraum an, Privatleute ihr Garten­häuschen oder die Surf­schule ihr Lager.

„Es kommt niemals ein Pilger nach Hause, ohne ein Vorurteil weniger und eine neue Idee mehr zu haben.“

– Thomas Morus, Staatsmann und Humanist –

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Eines der „must-haves“ für den Pilger Wissens­wertes zum Pilge­rausweis

Mit dem Pilge­rausweis sammelt man Stempel vom Startpunkt bis zum Ende der Reise. Die Stempel erhält man in der jeweiligen Über­nach­tungs­un­terkunft. Sollte man jedoch einmal vergessen, sich dort den Stempel zu holen, besteht die Möglichkeit dies in Kirchen, Pilger- und Touris­musbüros und in so manchen Bars, Cafés und Restaurants nach­zuholen. Nachteil: nicht immer hat die ange­dachte „Stem­pel­stelle“ geöffnet.

Um von den preis­werten Unter­künften in kirch­lichen und öffent­lichen Pilger­her­bergen zu profi­tieren, muss man auf eine lückenlose Doku­men­tation der Jakobsroute achten. Jede Tages­etappe muss mit einem Stempel und – ganz wichtig – Datum bestätigt sein.

Die Pilger­urkunde erhält man am Etap­penziel in Santiago di Compostela mit Vorlage des Pilge­raus­weises. Ausge­stellt wird das begehrte Erin­ne­rungsstück an die eigene Jakobsreise im „Oficina de Acogida al Peregrino“, ganz in der Nähe der Kathedrale. Mit dieser Urkunde wird die Pilger­schaft offiziell beglaubigt.

Wo bekommt man den Pilge­rausweis: Es empfiehlt sich den Pilge­rausweis bereits vor Reise­antritt zu besorgen. Bei Insti­tu­tionen der Kirche sowie auto­ri­sierten Gesell­schaften (z. B. Jako­bus­ge­sell­schaft) kann man direkt bestellen oder entspre­chende Formulare herun­terladen.

Bear­bei­tungsdauer: Gerade zu den Haupt­rei­se­zeiten kann es drei bis vier Wochen dauern bis der Pilge­rausweis ausge­stellt wird. Es empfiehlt sich daher, recht­zeitig vor Reise­antritt zu bestellen.

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Grund­wissen zum Camino Francés Gut ausge­bauter und sicherer Pilgerweg

Der rund 770 km lange Camino Francés ist der bekannteste Pilgerweg nach Santiago di Compostela und startet in St.-Jean-Pied-de-Port, im fran­zö­sischen Baskenland. Über 10% aller Pilger starten hier ihre Reise.

Die Route zieht sich quer durch den Norden Spaniens von Ost nach West, dabei passiert man so bedeutende Städte wie Burgos und León und durchquert vier Regionen Spaniens: Navarra, La Rioja, Castilla y León sowie Galizien. Die die durch­schnittliche Reisezeit beträgt 4 bis sechs Wochen bei einer Tages­distanz zwischen 20 und 25 km.

Achte auf die richtige Reisezeit: Aufgrund des milden Klimas sind besonders die Monate März bis Juni sowie September bis Oktober geeignet. Im Hoch­sommer ist der Weg aufgrund von Semester- und Schul­ferien besonders überfüllt.

Wandern ohne Gepäck: Viele Reise­ver­an­stalter bieten den Service eines Ruck­sack­transports an.